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Glotzt nicht so romantisch! Ihr Halsabschneider!

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Nach vier Jahren Gefangenschaft kommt der Soldat Kragler unverhofft aus dem Krieg nach Hause. Aber dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Stadt steht kurz vor der Revolution, es herrscht Bürgerkrieg und nicht Frieden. Auch Kraglers einstige Geliebte Anna, die ihren Freund bereits tot glaubte, ist nicht mehr dieselbe. Sie ist schwanger  und dem neureichen Kriegsgewinnler Murk versprochen. Als Kragler auf der Verlobungsfeier noch verhöhnt wird, irrt er durch die Stadt, von Kneipe zu Kneipe, ohne zu wissen, wohin er gehen und was er tun soll. Wenige Tage nach der Niederschlagung des Januaraufstandes der Berliner Spartakisten und der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts schrieb Brecht mit 21 Jahren sein Stück über den Kriegsheimkehrer Kragler. Durch den Krieg seiner Jugend beraubt, steht er vor der Alternative: bürgerliches Glück oder politisches Handeln. Die Inszenierung in der Augsburger Komödie ist modern, zeitgemäß und aktuell. Das sehr starke Bühnenbild von Marc Bausback unterstreicht den Konflikt in dem sich Kragler befindet und ist für die Nachwuchsregisseurin Anne Lenk zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierungsarbeit geworden. Gute Schauspieler, allen voran Michael Stange als Kragler und die ewig junge und „brecht-erprobte“ Eva Maria Keller. Fazit: 90 Minuten gutes Theater.

Florian Pittroff am 30. 01. 2009

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