Lesung: Die Geschichte eines Lebensbornkindes
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Erst kurz vor seinem fünfzigsten Geburtstag erfährt Hannes Dollinger die Wahrheit über seine Herkunft: Er war vom Lebensborn e.V. kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs nach Deutschland gebracht und von Wirtsleuten in Hohenpeißenberg in Oberbayern adoptiert worden. Als „Kind unbekannter Herkunft“ war er seitdem in den Akten geführt worden.
Annegret Lamey liest aus ihrem Buch am Mittwoch, 25. März 2009, um 19:30 Uhr im Annahof Augsburg, Hollbau, Veranstaltungsraum. Eintritt 4/3 Euro.
Das Buch erzählt die Geschichte seiner Spurensuche. Als er schließlich Namen und Wohnort seiner Mutter, einer Norwegerin, ausfindig gemacht hat, muss Hannes Dollinger feststellen, dass sie vor kurzem verstorben ist. Jedoch gelingt es ihm, sowohl zu ihrer Familie wie zu der seines Vaters – der als Soldat im Krieg in Russland ums Leben kam – Verbindung aufzunehmen.
Annegret Lameys Schilderung der Geschichte von Hannes Dollinger ist eines der wenigen Bücher, in denen die ethischen und menschlichen Probleme der Lebensbornkinder konkret und nachvollziehbar werden. Diese Probleme pflanzen sich mit zahlreichen Behördenkonflikten bis in die Gegenwart fort – von Vorschriften über den „richtigen“ Namen bis zur Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft.
Annegret Lamey, Kind unbekannter Herkunft: Die Geschichte des Lebensbornkindes Hannes Dollinger, 160 Seiten, Taschenbuch, Wißner-Verlag Augsburg, ISBN 978-3-89639-644-0, 9,80 €
Michael Friedrichs am 19. 03. 2009