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Open Source und Kunst?

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Open Source Software ist auf dem Vormarsch und immer mehr Firmen und Privatpersonen in aller Welt nutzen Open-Source-Software. Open Source – das steht zum Einen für quelloffene Software, also dass der Quelltext eines Programms frei erhältlich ist. Zum Anderen “offene Quelle“, also dass ein Werk kostenlos zur Verfügung steht. Nicht nur in der Software-Entwicklung, sondern auch in der Kulturszene wird dieser Begriff immer höher gehandelt. Sei es in der Musik, wo Knebelverträge für Musiker zunehmend Kreativität ersticken oder auch in der Literatur.

Creative Commons
Creative CommonsCreative Commons (englisch, „schöpferisches Gemeingut, Allmende“) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken usw. der Öffentlichkeit Nutzungsrechte einräumen können. Eine gute Übersicht und Erklärung findet sich auf Wikipedia.

Anders als etwa die von der Freie-Software-Szene bekannte GPL, sind diese Lizenzen jedoch nicht auf einen einzelnen Werkstyp zugeschnitten, sondern für beliebige Werke. Ferner gibt es eine starke Abstufung der Freiheitsgrade: von Lizenzen, die sich kaum vom völligen Vorbehalt der Rechte unterscheiden, bis hin zu Lizenzen, die das Werk in die Public Domain stellen, das heißt, bei denen auf das Urheberrecht so weit wie möglich verzichtet wird.

Cory DoctorowsWie das aussieht? Ein kanadischer Autor hat mittlerweile sein zweites Buch auch in Deutschland unter dieser Creative Commons_lizenz veröffentlicht. Neben dem kostenlosen Download ist das Buch aber auch beim Heyne Verlag käuflich erwerblich. Der 1971 in Toronto geborene Cory Doctorows sieht im Internet keinerlei Bedrohung für gedruckte Ausgaben von Büchern, ganz im Gegenteil: “Noch nie haben so viele Menschen so viele geschriebene Wörter von so vielen Autoren gelesen wie heute. Das Internet ist eine gigantische Welt des geschriebenen Wortes. Was für eine wunderbare Sache für Schriftsteller!” Mehr zu seinen neuen Büchern hier.

Gerald FiebigAber auch in Augsburg gibt es Künstler, wie zum Beispiel den Lyriker Gerald Fiebig, mit dem ich über das Thema auf e-thieme.de ein Interview führte: “Weil Kultur nicht nur von einzelnen Genies gemacht wird, die allein aus ihrem Kopf schöpfen – sondern immer aus der produktiven Aneignung von Ideen anderer entsteht, die man weiterführt. Das gilt für die Kunst, wo sich jeder Künstler an Vorbildern abarbeitet, um seinen eigenen Stil zu finden.”

Er meint: “Die Creative-Commons-Lizenz ist keineswegs an sich eine antikapitalistische Kampfmaschine. Insofern sie dem freischaffenden Künstler sogar eine größere Flexibilität bei der Verwertung seiner Urheberrechte ermöglicht, korrigiert sie sogar eher Verzerrungen des freien Wettbewerbs, die durch die Übermacht der Verwertungsrechte (etwa in Gestalt der Plattenfirmen) gegenüber den geistigen Urheberrechten entstehen.”

Horst Thieme am 12. 03. 2008

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