Paul Hindemith: Cardillac – Oper in drei Akten
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E. T. A. Hoffmanns Erzählung “Das Fräulein von Scuderi”, auf der das Libretto von “Cardillac” basiert, schildert einen Kriminalfall als Studie eines psychopathologischen Charakters. Ferdinand Lion konzentriert sich in seinem Libretto auf die Hauptlinie der Erzählung: Der geniale Goldschmied Cardillac fertigt seine Ware nur für sich. Verkauft er trotzdem eines seiner Werke, treibt es ihn so lange, bis er – notfalls durch Gewalt – den Schmuck wieder hat. Nach einigen Morden schöpft ein Offizier Verdacht, als der Goldschmied ihm leichtfertig seine Tochter gibt, aber nicht bereit ist, ihm eine Kette als Brautgeschenk zu verkaufen. Der Offizier kauft sie dennoch, Cardillacs Anschlag auf ihn scheitert. Cardillac gesteht seine Taten und wird von der entfesselten Menge umgebracht.
Hindemiths Komposition orientiert sich im formalen Aufbau an der Oper des 18. Jahrhunderts, nutzt kontrapunktische Techniken und wendet sich vom engen Wort-Musik-Verhältnis ab. Ihre von Klarheit geprägte Ästhetik weist über mögliche Vorbilder wie Bergs Wozzeck hinaus. Nach der erfolgreichen Premiere 1926 in Dresden wurde das Werk mit der zweiten Aufführung in Wiesbaden zum Triumph.
Jörg Behr inszenierte 2003 Bruno Madernas Hyperion am Theater Freiburg, wofür er mit dem Götz-Friedrich-Preis für Nachwuchsregisseure ausgezeichnet wurde. Er arbeitete an der Staatsoper Stuttgart, am Theater Krefeld/Mönchengladbach und zuletzt am Theater Osnabrück und dem Staatstheater Oldenburg. Jörg Behr inszeniert erstmals in Augsburg.
Libretto von Ferdinand Lion nach “Das Fräulein von Scuderi” von E. T. A. Hoffmann
Inszenierung: Jörg Behr
Bühnenbild und Kostüme: Marc Weeger und Silke Willrett
Dramaturgie: Juliane Votteler
Die Tochter: Sally du Randt
Der Offizier: Ji-Woon Kim
Der Kavalier: Seung-Hyun Kim
Der Goldhändler: Per Bach Nissen
Die Dame: Kerstin Descher
Der Führer der Prévoté: Manuel Wiencke
Philharmonisches Orchester Augsburg
PREMIERE: 12.04.2008 – weitere Termine im Spielplan.
Thorsten Belz am 12. 04. 2008