Peter Sauerer – Trude Friedrich: lichtung
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Werke von Peter Sauerer und Trude Friedrich sind vom 15. August bis 28. September 2008 in der Galerie des Höhmann-Hauses zu sehen. Vernissage ist dabei schon morgen! Peter Sauerer greift mit seinen Arbeiten nicht selten lokale Bezüge auf. So begegnet der Besucher unter anderem Bertolt Brecht am Marterpfahl oder steht dem Festsaal des Schaezlerpalais gegenüber. Die häufig in stark verkleinertem Maßstab gefertigten Skulpturen zeigen eine präzise und minutiöse Bearbeitung des Holzes. Das geschlossene Erscheinungsbild wird dabei teilweise wieder aufgebrochen: Sauerer zersägt die Arbeiten nach der Herstellung, um die Einzelteile anschließend mit Schnüren zu einer Einheit zusammenzufügen; ein Prozess, der den Skulpturen einen ebenso fragilen wie fragmentarischen Charakter verleiht.
Repräsentative Gebäude oder berühmte Persönlichkeiten spiegeln Sauerers Interesse an geschichtlichen Themen wider. Seine Skulpturen stellen oftmals ironische, teilweise gar bissige Kommentare zu diesen dar, wobei die kleine Größe der Arbeiten dabei nicht „verniedlichend“, sondern vielmehr verstärkend wirkt.
In der Ausstellung ‚lichtung’ treten Sauerers Skulpturen in einen Dialog mit den Arbeiten von Trude Friedrich.
Auch ihre Objekte sind aus Holz entstanden, erinnern in ihrem äußeren Erscheinungsbild aber oftmals an andere Materialien wie etwa an Seile und Schnüre. Neben Dingen des alltäglichen Gebrauchs zeigt die Ausstellung eine Anzahl von aus Holz gefertigten Geweihen. Nichts an diesen stilisierten Geweihen lässt an ihre in anderem Kontext anzutreffende Präsentation als Trophäen oder Kitschobjekte denken. Vielmehr wirken sie leicht, nahezu poetisch-spielerisch und befreien das Objekt von dem mit ihm assoziierten verstaubten Gaststättenkitsch.
Gleichermaßen eröffnen Sauerer und Friedrich einen neuen Blick auf die Dinge und ermöglichen eine andere Lesbarkeit der Realität. Dies klingt bereits im Titel der Ausstellung ‚lichtung’ an, der sich auf das sprachspielerische Gedicht von Ernst Jandl bezieht.
Neue Galerie im Höhmannhaus
Maximilianstraße 48 / 86150 Augsburg
kunstsammlungen.stadt@augsburg.de
Öffnungszeiten: Di 10-20 Uhr, Mi-So 10-17 Uhr, Eintritt frei
Vernissage: Do, 14. August 2008, 19.30 Uhr
Thorsten Belz am 13. 08. 2008