Und übermorgen Augsburg… (Preisverleihung & Lesung)
Allgemein, Literatur Kommentar (1)
Am 20. September um 15.00 Uhr trafen sich 19 von 28 Autoren der Kurzgeschichten-Anthologie “Und übermorgen Augsburg” im Augsburger Mozarthaus, um dort die Präsentation des ersten literarischen Stadtführers Deutschlands und eine kurzweilige Preisverleihung zu erleben – moderiert von der Herausgeberin und Mitautorin des Bandes Cornelia Fröschl. Erste Preisträgerin wurde Meike Stewen mit ihrem Text “Advent Advent”, zweite Gesine Cramer (“Die Wolke, die ich lange sah”) und als dritte wurde Yvonne Fodor (“Die Rächer der blauen Sandale”) ausgezeichnet. Anschließend im Foyer lernten die Autoren einander kennen; da bekamen die Geschichten erstmals Stimmen zugeordnet und Gesichter. Dann ging es los – denn wie es sich für einen Stadtführer gehört, wurde er auch während einer Stadtführung vorgestellt.
Der Bus fuhr die Autoren zuerst zum Dom; dort las Friederike Fiederer, eine pensionierte Lehrerin aus Augsburg, “Wohin?”, eine Geschichte über einen kleinen Jungen, der die Schule schwänzt. Im Hintergrund spielten Kinder und belebten die Szene. Als nächstes ging es zum Rathausplatz, an dem die Stadtbahnen vorbeiklingelten, und Ulrike Weinhart aus Moorenweis las “Schottisches Spiel”, eine charmante Geschichte von Sybille Conti. Mitten in die Geschichte hinein erklangen die Glocken vom Perlachturm. Es schlug genau fünf Uhr. In der Geschichte übrigens auch.
Nach einer Besichtigung des Merkur-Brunnen las Herausgeberin Cornelia Fröschl in einem Innenhof des Fuggerstadt-Palastes “Rendezvous mit Merkur”, eine Geschichte, in der die drei Brunnenskulpturen des Augustus, Merkur und Herkules mit drei verschiedenen Männertypen verglichen und augenzwinkernd ausgelotet werden.
In den Zeiten zwischen den Lesungen war Raum für Unterhaltungen und das Kennenlernen der Autoren, für Kaffeetrinken und kurze Shopping-Ausflüge. Jeweils vor der nächsten Lesung hielt Regio-Stadtführerin Karin Coenen eine kurze Einführung über den jeweiligen Ort.
Die vierte Geschichte wurde von der Augsburger Autorin Yvonne Fodor, der dritten Preisträgerin im Foyer der Augsburger Puppenkiste vorgelesen. Ihre phantasievolle Rittergeschichte passte hervorragend in das Ambiente! Über Brücken und Kanäle fuhr der Bus Autoren und Publikum zum Geburtshaus von Bert Brecht. Dort las Gesina Cramer, zweite Preisträgerin aus Stuttgart, ihre Theatergeschichte “Die Wolke, die ich lange sah”. Eine witzig vorgetragene „Baal-Inszenierung“ passend vor den großformatigen Informationstafeln zum Leben Bertolt Brechts. Und zuletzt las die Hamburgerin Meike Stewen – ihren Text “Advent Advent” – auf Wunsch der Zuhörerschaft – im warmen, kuscheligen Ambiente des Ratskellers, in einem dicken Ledersessel. Gespannte Stille danach. Und anhaltender Applaus, wie übrigens für alle Lesenden.
Thorsten Belz am 22. 09. 2008
[...] von der Herausgeberin und Mitautorin des Bandes Cornelia Fröschl (anschließend gab es noch eine Lesung). Aus über 50 Einsendungen zu dem Überbegriff “Augsburg” konnten immerhin 28 ins Buch [...]